Ok, Google – wir müssen reden (Ok, Google – we need to talk)

Ich werde versuchen diesen Artikel zweisprachig zu verfassen und separat zu veröffentlichen, denn es gibt etwas das anscheinend nicht vielen aufgefallen ist und ich finde es daher wichtig, mir darüber mal Luft zu verschaffen.

TL;DR: Springt einfach ans Ende des Posts für meine Änderungsvorschläge.

Das Problem – Google entfernt Wörter aus meiner Suche

Google vergisst “Soldering”

Nicht schon wieder! Das Folgende habt ihr vielleicht auf Google in letzter Zeit auch immer öfter bemerkt. Ich nehme jetzt mal eins von vielen Beispielen um zu veranschaulichen wovon ich spreche.
Hier habe ich zum Beispiel eine Lampe, von Vava gekauft. Leider ist diese einmal zu oft runter geflogen, ich brauche ein wenig Rat zum Inneren dieses Gerätes. Vielleicht hat ja schon mal jemand… Nein, kein Glück mit “löten”
Moment, aber was ist das? Google hat bereits beim ersten Suchergebnis das Wort Soldering ausgelassen? Bitte achtet auch, auf die Suchergebnisse: 151.000

Google ignoriert “Soldering” noch mehr

Ok, wenn ich also “Must include: soldering” anklicke, macht Google das, was, selbst Heute, leider nur wenige kennen. Er erzwingt mein Wort in der Suche mit Hilfe von sog. “Quotation Marks”, doppelte Anführungszeichen eben. Es muss also enthalten sein, sonst ist das Ergebnis nicht gültig. Das ist nichts neues, das kann Google schon… tja aus meiner Sicht schon immer. Daneben gibt es viele dieser Google-Fu genannten Tricks. InSite, InURL und Filetype-Suchen sind da echt nur der Anfang. Diese Funktionen gibt es übrigens auch in anderen Suchen und sind damit quasi universal geworden.

Aber auch hier ist das Ergebnis wertlos. Es sind jetzt nur noch 128.000 Ergebnisse! Na danke, dass macht’s gleich viel einfacher. Nicht nur das, nein, beim ersten und dritten Ergebnis kommt das Wort “Soldering” nicht mal vor – es würde sonst wie bei Ergebnis zwei direkt dick dargestellt werden. Die “…” dazwischen symbolisieren fehlenden Text.

Das Schlimmste? Mit Quotation Marks schließe ich das Wort “solder” oder ähnliche Schreibweisen aus. Super! Für 23.000 Ergebnisse weniger also meine Suche in die falsche Richtung eingeschränkt.

Alles klar, neuer Versuch! Wie wäre es mit… “Vava lamp circuitry”? – Google schlägt mir beim eintippen nicht for “circuit” oder “circuit board” zu verwenden. Selbes Resultat – das erste Ergebnis enthält das Wort nicht mal, genau sowenig das dritte.
Mal wieder: Der zweite Treffer enthält immerhin “circuit”, ein verwandtes Wort. Quasi Kontext-basiert. Man könnte wieder meinen ich arbeitete mit der größten Suchmaschine der Welt!

Wieder klicke ich “must include”, wieder schließe ich valide Kontexte aus und bringe diesmal sogar die Ergebnisse von einer viertel Millionen runter auf 10.900. Klingt ja fast, als würde ich meinem Ergebnis (das auch durchaus 0 sein darf) näher kommen. Aber Google möchte das natürlich wieder nicht akzeptieren und schmeißt jetzt ganz verzweifelt auch das Wort “Vava” raus – zum Teil. Übrigens, wenn ihr jetzt denkt V A V A in der Reihenfolge und mit Punkten oder Bindestrichen dazwischen sei nicht gültig liegt ihr falsch.

Das war jetzt ein Beispiel. Ich bin in meiner Arbeit darauf angewiesen schnell und zuverlässig Ergebnisse zu finden. Wer glaubt, die Arbeit eines Beraters könne heute nicht mehr ohne solche Suchen – sei es nun Google, Bing oder von mir aus Fireball(!) – den muss ich leider enttäuschen. Dafür ändert sich einfach zu viel. Die Webseiten auf denen die Informationen liegen (docs.microsoft.com) oder auf denen sie veröffentlicht werden (blogs.technet.microsoft.com) ändern sich mehrfach – in der Woche. Das gilt für Microsoft, Citrix, VMWare – you name it. Die Großen haben wenigstens angefangen ihre Dinge zu dokumentieren und zu zentralisieren – das kann ein kleiner Anbieter eventuell gar nicht.

Spekulation

Google hat es nicht leicht. Als absolute Marktmacht müssen sie sich ständig neue Gedanken darüber machen, wie sie neues Geld generieren, gleichzeitig die Kunden und die vermarkteten Unternehmen bzw. der Agencies glücklich halten. Mehr, mehr, mehr aber bitte alle bedienen. Früher war Google mal die Beste, weil sie es verstanden haben, dass der Kontext in dem jemand sucht das wichtigste an der Suche ist. Warf ich einen Satz ein, war Google davon jedes Wort in jeder Schreibweise wichtig. Oft haben wenige Worte genügt. Heute behandelt mich Google wie einen frisch Eingeschulten. “Meintest du vielleicht” ist da (wie oben zu sehen) echt nur die Spitze des Eisbergs. Wenn ich etwas Suche, dass unter (gefühlt) 100.000 Einträgen hat, werden mir erst mal Wörter weggenommen.

Google hat vergessen, was es ausgemacht hat. Das was hier passiert grenzt meiner Meinung nach schon fast an Manipulation. So ähnlich wie es mir vorschreiben möchte auf YouTube, was ich sehen soll und was nicht. Damit scheidet für mich Google immer mehr aus. Statt sich selbst zu verbessern, habt ihr hier einen… eher zwei Schritte zurück getan. Der feuchte Traum eines Suchmachinen-Devs muss es doch sein Verbindungen zwischen jedem Suchbegriff zu sehen. Kontext zu entwickeln, zu beobachten wie sich Kontext im Laufe der Zeit ändert und der eigene Algorithmus sich mit anpasst. Aber anscheinend gehen Google diese Art von Entwicklern gerade aus. Vielleicht solltet ihr bei euren 2 Millionen Applikationen im Jahr nicht nur nach den 10x devs schauen.

Was könnte Google ändern?

  1. Anzahl der Ergebnisse nach denen ein Wort entfernt drastisch reduzieren
    • Am Anfang war dieses “Anti-Feature” nur bei Suchen unter einer bestimmten Anzahl aktiviert. Wörter wurden ausgelassen, wenn ich unter x-tausend Ergebnissen landen würde. Wieso diese Zahl angehoben wurde? Ich weiß es nicht – ich finde 10.000 Ergebnisse immer noch viel, wenn ich sowieso nur maximal die ersten drei Seiten durchsuche.
  2. Wenn Wörter entfernt werden muss das deutlich sichtbarer gemacht werden
    • Die meisten User merken gar nicht, dass einfach Wörter ihrer Suche entfernt wurden. Ich bin mir sicher, dass Einige nur auf diesem Artikel landen weil sie es bemerkt und sich dann geärgert haben.
  3. Wenn Wörter wieder hinzugefügt werden, dann nicht mit Anführungszeichen
    • Denn das schließt viele potenzielle Ergebnisse aus. Konjugationen im englischen wie im deutschen sind wichtig. Abwandlung oder Mischformen ebenso – Anführungszeichen machen das alles zunichte.